Interreligiöser Nachmittag in St. Korbinian

Georg Neumann interpretiert  am Sonntag, den 20.12. um 14.30 in der Unterhachinger Kirche St. Korbinian nicht nur für Asylbewerber den „Heiligen Wandel“. Dieses barocke Wallfahrtsbild von 1670 kann auch Nichtchristen helfen, christliches Denken zu verstehen.

Der etwa halbstündige Vortrag wird zweisprachig in Englisch und Deutsch gehalten. Im Anschluss lädt die Pfarrei zu einem Gedankenaustausch bei Kaffee und Gebäck in das Pfarrheim ein. Vielleicht kann diese Veranstaltung auch als Auftakt für weitere interreligiöse Angebote wirken, durch welche sich die mehrheitlich muslimischen Asylsuchenden und die Christen besser verstehen können.

Fortuna Unterhaching II – New Future Haching United 0:6

Die Fortuna hatte eingeladen zu einem Freundschaftsspiel, und „New Future Haching United“, das Team der Unterhachinger Asylbewerber, konnte es kaum erwarten, sich mit den einheimischen Kickern zu messen. Über dem Spiel und den zahlreichen Zuschauern strahlte die Sonne, und das Ergebnis war für alle überraschend.

Nachdem die Fortuna den Hachingern vor dem Anpfiff auch noch einen Satz Aufwärmshirts geschenkt hatte, ging es auch bald los. Spielertrainer Marco Fechner hatte seine Mannschaft gut eingestellt, denn sie spielten sich gleich in einen wahren Rausch. Nach sieben Minuten führte Haching United durch Maxwell und Suare 2:0.

Auch in der Folge gab es Chancen im Minutentakt, die Lucky mit einem Hattrick zum 0:5-Pausenstand nutzte, ein Zwischenergebnis, mit dem wohl niemand gerechnet hatte.

In der zweiten Halbzeit wurde die Partie dann ausgeglichener, auch „weil die Fortuna nun endlich konsequent verteidigte und die Räume enger machte“, so Fechner. Trotzdem gelang Maxwell noch das Tor zum 0:6-Endstand.

Egon Diebel von der Fortuna nahm es mit Humor und Gelassenheit: „Unsere Spieler wollten keine Verletzungen riskieren und sind nicht richtig in die Zweikämpfe gegangen. Aber New Future hat sehr guten Fußball gespielt, da sind schnelle Leute in der Mannschaft. Erst 30 Minuten vor Schluss war die Luft raus.“

Da das Hachinger Asyl-Team keine Trainingsmöglichkeit hat, bekam es das Angebot, mit der Fortuna mitzutrainieren.

Fest der Begegnung – Unterhachings bunte Realität

Der Helferkreis Asyl und die Lokale Agenda 21 veranstalten das erste „Fest der Begegnung“ mit den Unterhachinger Asylbewerbern

Bunt und heiter war das erste Unterhachinger Fest der Begegnung und somit ein gelungener Beitrag zur Völkerverständigung. Über 200 Besucher, darunter auch die in Unterhaching lebenden Asylbewerber, lockte die gemeinsame Veranstaltung des Helferkreises Asyl und des Arbeitskreises „Eine Gemeinde – Eine Welt“ der Lokalen Agenda 21 in den Unterhachinger Sportpark. Die Spielvereinigung hatte dafür den VIP-Bereich kostenfrei zur Verfügung gestellt. 123 Fähnchen der verschiedenen Nationen waren als Dekoration Symbol der in Unterhaching lebenden bunten Vielfalt aus 123 Ländern.

Die Gläubigen dreier Religionen fanden sich zusammen zu einem interreligiösen Friedensgruß, demonstriert von Pfarrerin Christiane Ballhorn, evangelisch, Schwester Angelika Kiemer, katholisch und Melike Kapicibasi für die Muslime. Franziska Kindsmüller, Leiterin des Helferkreises, und Klaus Schulze-Neuhoff, Sprecher der Lokalen Agenda 21, begrüßten die Gäste in deutscher und englischer Sprache und erinnerten daran, dass das Fest mit dem Gedenktag der Vereinten Nationen für die internationalen Flüchtlinge zusammenfällt. Auch Bürgermeister Wolfgang Panzer richtete Grußworte an die Gäste und wünschte ihnen, sich näherzukommen und kennenzulernen.

FestdB

Ein buntes Programm mit Kicker-Turnier, Torwandschießen und einem Trommelworkshop der Musikschule sorgte für Unterhaltung und ein fröhliches miteinander Feiern. Die Kinder staunten über die Tricks des Zauberers Cherif Rachedi und konnten gar nicht genug davon bekommen. Ein umfangreiches Buffet mit internationalen Gerichten und Kuchen, zubereitet von Helfern und Asylbewerbern, sorgte dafür, dass auch das leibliche Wohl nicht zu kurz kam.

Zum Gelingen des Festes trugen auch die Gemeinde Unterhaching, die Kirchengemeinden, das  Blumenhaus Ertl und die Pfadfinder bei. Der Helferkreis Asyl und die Lokale Agenda 21 bedanken sich herzlich bei allen Unterstützern!

 

Radlwerkstatt

Das Fahrrad ist für die Asylsuchenden im Alltag ein wichtiges Verkehrsmittel. Der Wunsch vieler Asylsuchender ein eigenes Fahrrad zu besitzen ist daher verständlich. Der Helferkreis hat den Arbeitskreis Radlwerkstatt ins Leben gerufen. Am 12. März hat sich ein Kreis von begeisterten Hobby-Fahrradmechaniker und auch Mechanikerinnen im Alter zwischen 12 und 74 Jahren zusammengefunden, um von der Bevölkerung gespendete alte Fahrräder wieder flott zu machen und für wenig Geld – in der Regel 20 Euro – den Asylbewerbern zur Verfügung zu stellen.

Die in der Unterkunft ausgehängte Liste der Fahrradinteressenten war schnell gefüllt, viel schneller als die Mitglieder des Arbeitskreises mit dem Besorgen und Reparieren der Räder nachkommen konnten. Dieser hohe Anfangsbedarf ist durch die fleißigen Schrauber und Schrauberinnen – mit großem zeitlichen Einsatz – inzwischen abgearbeitet. Rund 25 Räder sind ausgeliefert worden und ein paar Fahrräder stehen für neue Bewohner bereit. Im Moment fehlen noch Räder für 3 bis 6 jährige. Durch Wechsel bei den Bewohnern ergeben sich immer wieder neue Anfragen.

Neben zahlreichen Spenden aus der Bevölkerung von teilweise ganz tollen Fahrrädern (auf diesem Wege herzlichen Dank an alle Spenderinnen und Spender) wurden die bei der Gemeinde lagernden Fundräder und die von der evangelischen Gemeinde schon gesammelten Räder durchgesehen. Unterstützung bekamen die Mitglieder der Radlwerkstatt bei der Beschaffung neuer Fahrräder auch vom AK Mobilität der Lokalen Agenda 21 und dem Algemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC). Im Rahmen des Unterhachinger Umwelttages am 25. April machten sie Werbung dafür, dem Helferkreis nicht mehr benötigte Fahrräder zu spenden. Diese Aktion wiederholen sie im Tag des Stadtradelns (20. Juni).

Finanziell trägt sich die Fahrradwerkstatt. Im Durchschnitt reichen die 20 Euro, um die benötigten Ersatzteile zu kaufen, aber auch nur, weil die Mitglieder der Radlwerkstatt Ersatzteile vom Wertstoffhof oder irreparablen Rädern sammeln und dazu die Ersatzteile günstig einkaufen.

Bei ihnen dreht sich alles ums Fahrrad. Das Foto zeigt Mitglieder der im März neu gegründeten Fahrradwerkstatt des Unterhachinger Helferkreises Asyl:

Das Team Radlwerkstatt: Gottfried, Matthias Weirich, Angelika Jungmann, Franz Kindsmüller, Klaus Nobs und Rolf Sampels. Nicht im Bild: Manfred Lauf und Andrea Weirich.

Das  Motto des Helferkreises Hilfe zur Selbsthilfe wird auch im Arbeitskreis Radlwerkstatt verfolgt. Ein Bewohner ist Mitglied der Fahrradwerkstatt geworden. Für ihn wurde das nötigste Werkzeug angeschafft und im Lager aufbewahrt. Er erledigt kleinere Reparaturen vor Ort und dient als Ansprechpartner für die anderen Bewohner. Samstags um 15 Uhr ist ein fester Termin für die Fahrradwerkstatt geworden. Die Mitglieder treffen sich auf der Anlage, neue Räder werden ausgegeben, kleine Reparaturen vorgenommen und die benötigten Ersatzteile aufgeschrieben.

Ein ungeklärtes Thema ist noch die Vertrautheit mit deutschen Verkehrsregeln. Die Idee ist, wenigstens  etwas Schriftliches auszugeben, da weder der ADFC noch die Polizei vor September Termine für Kurse frei haben.

Ostereiersuchen im Asylbewerberheim

Den Brauch des Ostereiersuchens brachten die Mitglieder des Asylhelferkreises den Bewohnern der Asylunterkunft in Unterhaching näher. Am Ostersonntag machten sich 15 Kinder rund um die Unterkunft auf die Suche nach den versteckten Osternestern. Viele der Kinder haben mit den Eltern bereits am Karsamstag beim Moossammeln und Basteln der Osternester geholfen.

Bei Nieselregen waren Kinder, Eltern und Mitglieder des Asylhelferkreises im Landschaftspark unterwegs und haben dort Moos als Basis für die Nester gesammelt. Unterstützung bekam der Helferkreis für seine Aktion vom EDEKA-Markt in Unterhaching. Die Familie Braun überließ den Organisatoren bunte Ostereier und Schokoladenosterhasen zu günstigeren Preisen. Der Helferkreis dankt für die Unterstützung. Das Strahlen der Kindergesichter und der Spass der Eltern war auch eine Freude für die Begleiter vom Helferkreis.

Osterüberraschungen für die Unterhachinger Asylkinder: Lea Braun vom EDEKA-Markt in Unterhaching überreicht Erich Wittmann vom Helferkreis Asyl bunte Ostereier und süße Schokoladenosterhasen für die Osteraktion im Asylbewerberheim.

Osterüberraschungen für die Unterhachinger Asylkinder: Lea Braun vom EDEKA-Markt in Unterhaching überreicht Erich Wittmann vom Helferkreis Asyl bunte Ostereier und süße Schokoladenosterhasen für die Osteraktion.

Migration: Möglichkeit und Grenzen
Migrationsexperte Wilhelm Dräxler referiert beim Helferkreis

„Hinter jedem Schicksal verbirgt sich ein Mensch“

„Ich habe viel gelernt“. Diesen Ausspruch hörte man nach dem Vortrag von Wilhelm Dräxler von mehreren  Zuhörern. „Migration Möglichkeit und Grenzen“ – unter diesem Motto präsentierte der Referent für Migration und Arbeitsprojekte beim Caritasverband München den rund 70 Zuhörern im Pfarrheim von St. Birgitta umfangreiche Daten, Fakten und Hintergründe.

Menschen auf der Flucht – das ist keine Randerscheinung. Alleine eine Zahl macht dies deutlich: Im Jahr 2014 waren 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht. Den größten Anteil bilden die so genannten Binnenflüchtige (33 %). Dabei handelt es sich um Menschen, die aus ihrer rechtmäßigen Heimat vertrieben wurden, bei ihrer Flucht aber keine Staatsgrenze überschreiten. Die Zahl der Flüchtlinge, die nach Europa kommen, machen dagegen mit 1,2 Millionen (2 %) nur einen vergleichsweise geringen Anteil aus.

Dräxler erinnerte daran, dass Menschen mit deutschem Pass nicht selten selbst zu Auswanderer wurden, früher und auch heute. In den Jahren von 2009  bis zum Jahr 2013 haben rund 2,9 Millionen Deutsche ihr Heimatland verlassen und wurden in anderen Ländern selbst Fremde.

Breiten Raum nahmen in dem Vortrag  asylrechtliche Fragen ein, die den ehrenamtlichen Mitgliedern im Helferkreis bei der Unterstützung der Asylsuchenden nützlich sein werden. Wilhelm Dräxler hatte aber auch wertvolle Ratschläge bei der täglichen Betreuung der Asylbewerber parat. Er empfiehlt einen natürlichen, freundlichen und offenen Umgang mit  den neuen Mitbürgern, und sich auch durch auftretende Hindernisse nicht entmutigen zu lassen.

Migrationsexperte Wilhelm Dräxler referiert beim Helferkreis

Arbeitskreis Begleitdienste gegündet

Am 12. Januar 2015 trafen sich rund 30 Ehrenamtliche im Pfarrheim St. Birgitta zur Gründung des Arbeitskreises Begleitdienste. Sie werden die ersten Ansprechpartner für die Asylsuchenden sein.

Zu ihren Aufgaben gehört es unter anderem, die neuen Mitbürger bei Behördengängen zu unterstützen und sich um ihre persönlichen Anliegen zu kümmern. Christine Kramer und Spela Humljan Urh sind die Leiterinnen des Arbeitskreises.

Die Mitglieder des AK Begleitdienste bei ihrem Gründungstreffen im Pfarrheim von St. Birgitta

Motivation, Erwartungen und Befürchtungen der Helfer

In der ersten Sitzung unter der Leitung von Franziska Kindsmüller, Leiterin des Helferkreises, und Matthias Hilzensauer, Leiter der Caritas Sozialstation in Taufkirchen, wurden die ehrenamtlichen Helferinnen und Helfer auf ihre neue Aufgabe intensiv vorbereitet.

Was motiviert die Helfer sich zu engagieren, welche Erwartungen, aber auch welche Befürchtungen beschäftigen die Unterstützer? Darüber fand unter den anwesenden Arbeitskreismitgliedern ein reger Meinungsaustausch statt.

Vorgestellt wurde beim dem Treffen auch die für die Unterkunft zuständige Sozialarbeiterin des Landratsamtes, Melanie Rombach. Sie wird  an drei Tagen in der Woche in der Unterkunft vor Ort sein, und ist auch für die Unterhachinger Asylbewerber, die nicht in der Unterkunft leben, Ansprechpartnerin. Bei der Unterstützung der Asylsuchenden findet eine enge Zusammenarbeit zwischen dem Landratsamt, der Gemeinde und dem Helferkreis statt.